Für viele Menschen ist Tee einfach ein Getränk. Im Chan-Buddhismus kann eine Tasse Tee jedoch zu einem Lehrer werden. Seit Jahrhunderten bereiten Chan-Mönche Tee nicht nur zu, um den Körper zu stärken, sondern auch, um den Geist zu schulen. Das Aufgießen der Blätter, das Warten, das Halten der Schale und der Geschmack des Tees werden…
07
Juli
Einleitung: Fünf Wege, eine Wirklichkeit Die fünf Chan-Schulen (五家, Wǔ Jiā) gehören zu den wichtigsten Traditionen des chinesischen Chan-Buddhismus. Sie entstanden während der Tang- und Song-Dynastie und entwickelten unterschiedliche Methoden zur Erkenntnis der Buddha-Natur. Zu den fünf Häusern des Chan gehören die Guiyang-, Linji-, Caodong-, Yunmen- und Fayan-Schule. Obwohl sich ihre Übungsformen unterscheiden, weisen alle Traditionen…
01
Juli
Die vier Ausfahrten des Buddha gehören zu den bekanntesten und bedeutendsten Erzählungen des Buddhismus. Sie schildern die vier Begegnungen des Prinzen Siddhartha Gautama, die sein Leben für immer veränderten und ihn schließlich auf den Weg zur Erleuchtung führten. Als junger Prinz lebte Siddhartha in Wohlstand, Sicherheit und Luxus. Sein Vater wollte ihn vor allem Leid…
30
Juni
Die Praxis der Buddha-Namensrezitation (Nianfo / Niệm Phật) wird im Westen oft als einfache Andachtsform verstanden. In der chinesischen Klostertradition zeigt sich jedoch ein viel differenzierteres Bild: Rezitation ist dort eine präzise Methode der Geistesschulung, die eng mit Chan-Meditation und der philosophischen Sicht des Avataṃsaka Sūtra (Huayan Jing) verbunden ist. Dieser Beitrag beleuchtet, wie Klang,…
30
Juni
„Namo Amitābhāya Buddhāya.“ Seit über zweitausend Jahren rezitieren Millionen Buddhisten täglich den Namen von Buddha Amitābha. Für Außenstehende wirkt diese Praxis oft ungewöhnlich. Manche halten sie für ein Gebet, andere für ein Mantra oder einen Ausdruck religiösen Glaubens. In der Mahāyāna-Tradition – insbesondere im chinesischen und vietnamesischen Buddhismus – ist die Buddha-Namensrezitation jedoch weit…
28
Juni
Die Essenz des Stillen Erleuchtens Silent Illumination (默照禪, Mòzhào Chán) – auf Deutsch häufig als „Stilles Erleuchten“ oder „Stille Erhellung“ bezeichnet – gehört zu den bedeutendsten Meditationsmethoden des chinesischen Chan-Buddhismus. Ihre Wurzeln liegen in der Caodong-Schule (曹洞宗), deren Lehre im 12. Jahrhundert durch den großen Chan-Meister Hongzhi Zhengjue (宏智正覺, 1091–1157) ihren klassischen Ausdruck fand. Im…
27
Juni
Die Lâm Tế Chúc Thánh Tradition in Zentralvietnam geht historisch gesichert auf den Zen-Meister Thiền sư Minh Hải Đắc Trí Pháp Bảo (1670–1746) zurück. Nach Minh Hải entwickelte sich in der Chúc Thánh Schule eine kontinuierliche Dharma-Übertragungslinie (truyền thừa), die über viele Generationen weitergegeben wurde. Er gilt als: Gründer der Chùa Chúc Thánh in Hội…
20
Juni
„Ich weiß nicht, ob ein Kloster überhaupt etwas für mich ist.“ Viele stellen sich ein buddhistisches Kloster als einen Ort vor, an dem den ganzen Tag geschwiegen wird, strenge Regeln gelten oder nur erfahrene Meditierende willkommen sind. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Ein Aufenthalt im Vien Lac Retreat Center bedeutet vor allem eines: für…
17
Mai
„Eine besondere Übertragung außerhalb der Schriften, unabhängig von Worten und Buchstaben; direkt auf den Geist zeigend, die eigene Natur erkennen und Buddha werden.“ — Traditionelle Beschreibung des Chan Der Chan-Buddhismus (禪宗) gehört zu den bedeutendsten Strömungen des Mahāyāna-Buddhismus. Sein Ursprung liegt in China, wo sich aus den indischen Meditationslehren eine eigenständige Tradition entwickelte. Von dort…
14
Mai
Diese Frage stellen sich viele Besucher unseres Retreat Centers. Während Knoblauch in der westlichen Welt für seine gesundheitsfördernden Eigenschaften geschätzt wird, verzichten viele buddhistische Klöster seit Jahrhunderten bewusst auf seinen regelmäßigen Verzehr. Dabei geht es jedoch nicht um ein Verbot oder die Annahme, dass Knoblauch ungesund sei. Vielmehr verfolgt der Buddhismus das Ziel, Körper und…